Virtual DJ 2021 – Live Mashups & Remixes

Vor einigen Wochen (kurz nach dem Release von Rekordbox 6) habe ich mir Gedanken gemacht ob es nicht Zeit wäre die Software zu wechseln. Serato kam nicht in Frage für mich, weil das Handling mir nicht so gefällt. Mit einem Wechsel zu Denon müsste ich meine komplette Datenbank neu aufbauen und ich müsste mir Gedanken über neue Hardware machen. Somit blieb nur Virtual DJ 2021 übrig. Genau die Software, die ich jahrelang belächelt habe. In meinen Augen eine Anfänger Software mit schwächen in der Darstellung und der Kompatibilität mit den Playern.
Jedoch haben mir immer mehr Menschen zu VDJ geraten. Die Datenbank ist mächtig, gute Suchmechanismen wurden eingebaut und seit der 2020 Version ist die Audioleistung der Software über jeden Zweifel erhaben.

Seit gestern ist das neue große Update verfügbar und die Macher von Virtual DJ setzen noch einen Drauf.
Das neu eingeführte Feature mit dem Namen “REAL-TIME TRACK SEPARATION” ist ein Gamechanger!

ModernEQ, Stem Pads und eine neue Waveform

Virtual DJ 2021 hat die EQ Funktion um weitere Möglichkeiten erweitert. Über das Menü könnt ihr die neuen Funktionen aktivieren. Die Option “EZRemix” tauscht eure EQ von Low, Mid und High in Beat, Instrumental und Vocal um. Somit habt ihr die Möglichkeit direkt auf die Tracks einzugreifen mittels eurer EQs am Mixer. Ihr könnt nun im laufenden Betrieb entscheiden welches Spektrum ihr herausfiltern möchtet. Killt ihr Beat und Instrumental erhaltet ihr das separierte Vocal usw…

VDJ 2021

Praktische Beispiele fallen mir Hunderte ein. Die Möglichkeiten von einfachen Acappella bis hin zum Live Mashup werden euch in die Hände gelegt. In Verbindung mit ein Key Mixing ein unglaublich mächtiges Tool. Vorbei die Zeit nach Vocals oder Instrumentals zu suchen. Gerade aus diesem Gesichtspunkt ein Gamechanger. Sehr praktisch ist übrigens das man sich die Filter auch auf die Kanäle 3 und 4 legen kann und die “normalen” EQ nicht doppelte zu belegen.

ModernEQ” verbindet  Vocal und Instrumental und separiert nur die Drums und die Hihats. Gerade für House DJs kann eine solche feine Abstufung sehr wichtig sein. Anstatt die Lows zu killen, könnt ihr jetzt haarfein die Drums löschen und dann die Hihats.

Natürlich könnt ihr euch die Funktionen auch auf die Pads legen und dann gezielt ohne die EQs zu bedienen, die einzelnen Elemente an- oder ausschalten. Das kann im Livebetrieb durchaus nützlich sein, wenn ihr mal wieder vergisst das der eine Track doch ein Vocal besitzt :)

Der Gamechanger?

Als ich die ersten Videos vor 2 Tagen gesehen habe, wäre ich fast vom Stuhl gefallen. Das ist eine Funktion die ich mir immer gewünscht habe. Mit den richtigen Tracks kann man hier seiner Kreativität freien Lauf lassen. Live Mashups zu basteln und das auch noch in so einer guter Qualität ging bislang nur im Studio bzw mit einer guten Vorbereitung der Tracks.
Virtual DJ 2021 macht einen riesigen Schritt nach Vorne. Das Feature ist sicherlich nicht für Jeden interessant, jedoch ist es die innovativste Funktion, die ich in den letzten Jahren in einer DJ Software gesehen habe.

Nun kommt das ABER. Die Technologie funktioniert nicht mit jedem Track. Wenn ein Track schlecht abgemischt wurde oder es sich um eine alte Aufnahme handelt, dann kommt der Algorithmus ins Schwitzen. Das heißt man wird sich nicht drauf verlassen können, dass die EQ funktionieren. Man wird wie bislang vorher seine Musik darauf testen müssen , ob das Vocal sauber klingt oder welche Artefakte übrig bleiben.
Das menschliche Gehör ist weiterhin wichtig und das ist auch gut so.
Ein weiterer Punkt ist die Performance. Es wird sich zeigen wie leistungshungrig das System wird, wenn man softwareseitig on-the-fly die Vocals extrahiert. Bislang habe ich nur die Videos der Tester gesehen, jedoch werde ich mir das auch die Tage mal anschauen.

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